Die Reppisch fasziniert und bewegt ihre Anwohner seit Jahrzehnten. Nur ihr ist es zu verdanken, dass das Neujahrsblatt Dietikon 2016 mitten im Sommer herausgegeben wird. Da nächsten Samstag der «Tag der Reppisch» gefeiert wird, wollte der Verein Idee Reppisch diese Chance nicht ungenutzt lassen – und der Stadtverein Dietikon, der Herausgeber für die traditionelle Publikation, sah das genauso. Unter dem Titel «Die Reppisch, ein Fluss und sein Tal» ist nun auf vielen schön gestalteten Seiten nachzulesen, wie die Reppisch Geschichte geschrieben und auch verändert hat.

Die ersten Worte an der Vernissage trafen es auf den Punkt. «Wir sind alle von der Reppisch», sagte Lucas Neff, Präsident des Stadtvereins Dietikon. Gar von den «Kindern der Reppisch» ist die Rede, von denen einige es kaum erwarten konnten, das Neujahrsblatt in die Hände zu kriegen. Wie etwa Maria Inhelder, die mit dem Fluss geradezu aufgewachsen ist. Sie erzählte von ihrem Vater, einem leidenschaftlichen Kanuten: «Die Reppisch war sein Leben.»

Insgesamt 16 Beiträge sind auf den 150 Seiten zu lesen, die sich speziell je einem Thema widmen. Der Autor Peter Müdespacher etwa beginnt mit seiner Geschichte vor 100 Millionen Jahren. Brigitte Hospenthal nimmt sich der vielfältigen Tierwelt an, während Urs Hilfiker das Kunststück vollbringt, im selben Satz von Waffenplatz und Orchideen zu schreiben (dort gedeihen 15 verschiedene Arten). Das sind nur einige Beispiele der Themen, welche die Historikerin und Journalistin Helene Arnet in ihrer Ansprache als lokale, industrielle oder mündliche Geschichten bezeichnet.

Die verkürzte Jahreschronik von René Stucki ist selbstverständlich auch wieder Teil des Neujahrsblatts.Eine spannende Lektüre also – und ein Denkmal für die Reppisch. Für Rolf Brönnimann, Obmann der Neujahrsblattkommission, ist das druckfrische Buch die pure Freude. «Alle Autoren haben den Termin eingehalten, und es lief alles wie am Schnürchen», erzählt er. Sein Herzblut steckt in der Schrift, so erinnert er sich noch gut an die legendären Reppisch-Derbys der Kanuten. Erstmals 1959 ausgetragen, fanden die Sportereignisse am Fluss auch internationale Beachtung.

Beim anschliessenden Apéro vor dem Stadthaus rührte Rolf Brönnimann noch kräftig die Werbetrommel – für das Neujahrsblatt, aber am Ende ganz klar für die Reppisch.