Vier Luftschutzräume des Kellers im Berufsbildungszentrum sind proppenvoll gefüllt mit Reliquien des Ortsmuseums Dietikon. Einerseits sind Stücke dabei, die Bewohner von Dietikon abgegeben haben, andererseits befinden sich darunter Errungenschaften des Museums selbst. Das meiste davon wurde aber noch nie der Öffentlichkeit präsentiert. «Es wurde Zeit, diese Schätze der Vergangenheit auszugraben», sagt Dora Müller, die die Ausstellung zusammen mit anderen Kommissionsmitgliedern des Ortsmuseums konzipiert hat.

Unter dem Titel «Rosinen aus dem Museumskeller» werden den Besuchern ab heute drei Räume gezeigt, wobei sich jeder davon einem anderen Thema widmet. Im grössten Raum haben verschiedenste alte Karten Eingang gefunden, die die Entwicklung des Limmattals aufzeigen. Darunter findet sich beispielsweise eine Panoramaabbildung, die mit Bleistift gezeichnet wurde. Sie ist drei Meter lang und zeigt die Region des Hasenbergs im Jahre 1863. Auch die erste Eisenbahnkarte der Schweiz kann an der Ausstellung betrachtet werden. Ein Ehrenplatz wurde der Reliefsammlung eines gewissen Herrn Häfliger aus Wettingen zugesprochen. Erst vor wenigen Tagen erreichten die 3D-Karten des Limmattals das Ortsmuseum. Jean-Pierre Häfliger, der Sohn des Künstlers, hat sie in Dietikon abgegeben. Die Abbildungen zeigen die Region um Dietikon im Jahre 1870. Müller hat über die Pfingsttage sogar noch extra schwarze Vorhänge genäht, damit die aus Gips gegossenen Karten vor dunklem Hintergrund besser zur Geltung kommen.

Vernissage: «Rosinen aus dem Museumskeller»

Die Vernissage findet am Samstag ab 11 Uhr an der Schöneggstrasse 20 in Dietikon statt. Die Ausstellung wird bis im Dezember 2016 dauern und kann jeweils am Sonntag von 10 bis 12 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr besucht werden.

Bietet viel Gesprächsstoff

Betritt man den nächsten Raum des Museums, erwarten einen verschiedenste Exponate. Darunter finden sich beispielsweise alte Schreibmaschinen und Fotoapparate. Aber auch das ausgediente Silbergedeck des Restaurants Krone oder Maggi-Brotdosen haben Eingang gefunden.

Besonders schön geschmückt ist aber der dritte und kleinste Raum der Ausstellung. Dafür hat Müller Postkarten, Bilder und alte Schriften herausgesucht und mit viel Liebe zum Detail ausgestellt. Hier könnten die Besucher in Ruhe stöbern, so Müller. Sie bleibe immer wieder hängen, sobald sie eines der alten Bücher aufschlage. Sowieso: Die Ausstellung biete viel Gesprächsstoff, ist sie sich sicher. Zu vielen der Stücke verbinde man selbst eine persönliche Geschichte.