Die Mienen waren finster, die Blicke leer. Die Enttäuschung war den Urdorfern anzusehen, als sie an diesem Samstagabend gegen 22.30 Uhr das Eis verliessen und sich auf den Weg zur Kabine machten.

Wieder einmal mussten sie eine Niederlage wegstecken, wieder einmal eine sehr knappe – diesmal nach einem Penaltyschiessen. «Das ist bitter», gab Stürmer Ken Walliser nach dem Spiel zu.


Vor allem, weil die Urdorfer nicht mal drei Minuten vor der Schlusssirene den Ausgleich durch Jan Felder hinnehmen mussten, der den Zuger Gästen überhaupt erst die Verlängerung und das Penaltyschiessen ermöglichte. «Dieses 2:2 ist typisch für uns in dieser Saison», meinte Walliser.


Dabei hatten die Urdorfer sich so viel vorgenommen nach der Auftaktniederlage in diesen Playouts gegen Wallisellen. «Wir waren nach diesem katastrophalen Spiel zusammengekommen und hatten uns gegenseitig aufgemuntert», erzählt Walliser.

Eine Massnahme, die gegen Zug vor allem im ersten Drittel Wirkung zeigte. Nach drei Minuten führten die Urdorfer durch Treffer von Nicolas Landis und Keegan Evangelista bereits mit 2:0.

Das erste Tor fiel gar im Anschluss an ein Bully, was auch nicht alle Tage vorkommt. «Diesmal hatten wir eben das Glück, dass solche Schüsse im Netz landen, nicht die anderen», meinte Urdorf-Trainer Jürg Brügger zufrieden.


Unnötigen Gegentreffer kassiert


Im ersten Durchgang liessen die energisch wirkenden Urdorfer die Gäste, denen sie vor einer Woche noch mit 1:5 unterlegen waren, kaum zur Entfaltung kommen. Selbst in Überzahl kamen die Zuger nur zu wenigen Torschüssen.

«Wir haben gut angefangen», resümierte Brügger. «Wir waren aggressiv und haben eine positive Quittung dafür bekommen.»
Doch im zweiten Drittel passierte den Urdorfern wieder das, was ihnen in dieser Saison schon so oft passiert war: Sie kassierten einen unnötigen Gegentreffer.

Vorausgegangen war eine Strafe gegen Iloy Borer wegen eines Bandenchecks. Die Urdorfer überstanden zwar die zwei Minuten in Unterzahl, liessen nach Ablauf der Strafe aber die letzte Konsequenz vermissen.

Gerade mal vier Sekunden, nachdem Borer aufs Eis zurückgekehrt war, traf Zugs Kevin Rickli zum 1:2 aus Sicht der Gäste.


Die Zuger setzten nun alles daran, die Partie noch auszugleichen. Doch Urdorf hielt tapfer dagegen, ja mehr noch: Die «Stiere» hatten gleich mehrmals das 3:1 und damit die Vorentscheidung auf dem Stock, doch sie konnten ihre Gelegenheiten wie schon so oft in dieser Saison nicht nutzen.

So kam es zu Felders Ausgleich und später zum Triumph der Zuger im Penaltyschiessen, in dem einzig Raphael Vassanelli den Puck ins Tor schiessen konnte.


Kämpferisch ins nächste Spiel


Trotz dieser bitteren Niederlage sah Brügger durchaus positive Aspekte im Spiel seines Teams. «Im Vergleich zur Partie gegen Wallisellen haben wir uns deutlich gesteigert», sagte er. «Die Reaktion war super, der Einsatz hat gestimmt.»

Und gegen Zug habe man gegen eines der besten Teams in diesen Playouts immerhin einen Punkt geholt. «Dieser Punkt kann am Ende Gold wert sein», meinte Brügger.

Am Mittwoch spielen die Urdorfer zu Hause gegen die Rapperswil-Jona Lakers, die bisher beide Spiele in den Playouts verloren haben.

Ein mentaler Vorteil für die Urdorfer? «Ich hoffe, dass unsere Spieler diese Resultate nicht in den Köpfen haben», meinte Brügger. «Wir müssen einfach unser Spiel durchziehen, dann können wir die Lakers schlagen.»

Und auch seine Spieler geben sich kämpferisch. «Wir leben noch», sagte Ken Walliser. «Und wir werden nicht aufgeben, solange rechnerisch noch alles möglich ist.»