Trotzdem erhält die Branche Zuwachs. Die AMAG Automobil- und Motoren AG wird zur neuen Nachbarin der Mercedes-Benz Schweiz AG. Schlieren bleibt also eine Autostadt in einer Region, in der über sechs Prozent und damit überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze von der Autobranche gestellt werden.

Die AMAG lässt zwischen Bern- und Brandstrasse für 45 Millionen Franken das grösste Porsche Zentrum der Schweiz und das moderne VW Center Zürich West bauen. Gestern lud sie zur Grundsteinlegung der AMAG Retail.

Spatenstich der Amag im Limmattal

AMAG betoniert Porsche ins Fundament ihres Neubaus in Schlieren

Mit Tilla Theus hat die AMAG eine Stararchitektin verpflichtet, die im Limmattal für den Umbau der Dietiker «Krone» verantwortlich zeichnet und in Zürich den Fifa-Sitz kreierte.

Leistungswillen und Leistungsfähigkeit

Das AMAG-Gebäude wird in Ausdruck und Eleganz an einen schwarzen Porsche Cayenne erinnern. Theus sagte vor der Gästeschar über den Bau: «In der Architektur manifestieren sich Leistungswille und Leistungsfähigkeit. Was wir aussen versprechen, müssen Sie drinnen halten.» Und: «Der Monolith prägt mit seiner Kraft die Umgebung.»

In dieser Umgebung steht der Sitz der Konkurrenz in Form eines Mercedes-Sterns. Dort spricht man von einem «tollen Nachbarn», wie sich Oliver Peter, Pressesprecher von Mercedes-Benz Schweiz AG auf Anfrage ausdrückt. Der Zuzug der AMAG Retail belebe die Gegend und attraktiviere sie, was sich nur positiv auf den Standort auswirken könne.

Schlierens Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin betonte anlässlich der Grundsteinlegung die Wichtigkeit einer positiven Entwicklung des Gebiets Rietbach. Auch brauche die Stadt neue Steuerzahler, um die Investitionen in die öffentliche Infrastruktur finanzieren zu können. Ziel der Entwicklung Rietbach sei nicht zuletzt, den Stadtteil Zelgli nördlich der Bernstrasse städtebaulich ans Zentrum anzubinden. Der gute Ruf von Architektin Theus habe die Stadt für das Projekt positiv gestimmt.

Auch wenn Brühlmann bei seiner Rede der Autobranche gegenüber stand, so betonte er doch, dass er hoffe, die Mehrzahl der rund 100 Arbeitnehmenden der AMAG Retail werde dereinst für den Arbeitsweg den öffentlichen Verkehr nutzen.

Schlieren ist wichtig für die AMAG

Für die AMAG ist der Standort Schlieren wichtig, wie CEO Morten Hannesbo sagte. Er sei verkehrstechnisch optimal gelegen und biete Platz die Auto-Modellpalette präsentieren zu können.

Bebaut werden 4000 von 12000 Quadratmetern Fläche zwischen Brand- und Bernstrasse. Die Ausstellungsfläche für die Porsches wird 660 Quadratmeter betragen, jene für die VW-Modelle 535 Quadratmeter. Auf dem ganzen Areal (auch innerhalb des Gebäudes) sind 400 Autoabstellplätze vorgesehen. Der Neubau wurde nach Minergie-Standard geplant.

War Schlieren in den 90er Jahren vor allem für seine Occasions-Autos berühmt-berüchtigt, so hat sich das Bild mittlerweile gewandelt, weil verschiedene Autohäuser ihre Standorte aufgewertet haben. Und wo sich bis 2003 im Gebiet Rietbach noch hunderte Schrottautos für den Export aneinander reihten und die Polizei ständig mit zwielichtigen Händlern zu kämpfen hatte, können ab Frühsommer 2012 nun also neu Porsches und VWs bestaunt werden.