Es ist verhältnismässig mild an diesem Abend, an dem Markus Dutli und sein Sohn Fabian zum Gespräch gebeten haben. Temperaturen, die den beiden auch am Schlieremer Neujahrsmarathon gefallen würden.

Markus und Fabian Dutli sitzen im Wohnzimmer in ihrem Zuhause in Geroldswil. Von Anspannung vor dem Marathon ist noch nichts zu spüren. Bei Vater Markus ohnehin nicht. Für den 54-Jährigen ist das Ganze nur ein Plausch. «Ich möchte einfach ins Ziel kommen», sagt er und lacht. Sein Sohn Fabian hingegen sieht das Ganze deutlich ernsthafter. «Für mich geht es darum, eine möglichst gute Zeit zu erreichen», erklärt der 25-Jährige, der auch Triathlons bestreitet.

Doch nicht nur bezüglich der Zielsetzungen bestehen zwischen Vater und Sohn Unterschiede. Die beiden laufen auch in verschiedenen Kategorien. So läuft Fabian Dutli den ¼-Marathon, während Markus Dutli die volle Distanz über 42 Kilometer in Angriff nimmt.

Zudem hat Fabian Dutli den Neujahrsmarathon «erst» sechsmal absolviert, während sein Vater schon zum zwölften Mal dabei ist und damit noch keine Austragung verpasst hat. Vor allem Markus Dutli hat miterlebt, wie sich der Neujahrsmarathon schleichend verändert hat.

«Am Anfang starteten noch um die 150 Leute, man kannte einander», erinnert er sich. «Jetzt gibt es mehrere Kategorien, und es kommen Läufer aus allen möglichen Ländern.» Der Neujahrsmarathon sei viel professioneller geworden. «Früher rannte man noch zusammen, da joggte man eher, als dass man rannte», sagt er und lacht. «Es ist anonymer geworden», findet Fabian Dutli.

Trotzdem freuen sich die beiden auch dieses Jahr darauf, am Marathon teilzunehmen. Und zwar egal, bei welchem Wetter. Denn beide haben bezüglich der Witterungsbedingungen schon fast alles erlebt. «Wenn es schneit und der Schnee hart ist, geht es noch», sagt Markus Dutli.

«Aber ich war einmal unterwegs, als es zuerst regnete, dann hagelte und schliesslich schneite. Da habe ich einen Eisschnauz bekommen.» Aber genau das mache ja auch den Reiz des Neujahrsmarathons aus: Man wisse nicht, was komme. Doch selbst bei den widrigsten Bedingungen möchten Markus und Fabian Dutli ihren Lauf durchziehen. «Man bricht nur ab, wenn man wirklich nicht mehr laufen kann, zum Beispiel, wenn man Krämpfe hat», sagt Markus Dutli.

Draussen bei Kälte und Schnee rennen, während andere mit Freunden im beheizten Wohnzimmer sitzen und miteinander anstossen – möchte man da nicht tauschen? «Ach, wir machen uns nicht viel aus Alkohol», meint Markus Dutli lapidar und fügt hinzu: «Nach Mitternacht ist der Silvester ja meistens relativ bald vorbei.» Wenn sie um 3 Uhr morgens unterwegs seien, sagt der Routinier, sähen sie keine Autos mehr.

Zudem übe das Rennen im Dunkeln eine besondere Faszination aus: «Wir sind mit Stirnlampen unterwegs, und plötzlich sieht man ein Licht, das sich bewegt», sagt Markus Dutli. «Das ist einfach etwas anderes als bei einem normalen Marathon.»

Podestplatz als Ziel

Auf einen Marathon zu verzichten, kommt für den Metallbauer daher nicht infrage. «Wenn der Körper mir angibt, dass es nicht mehr geht, höre ich vielleicht auf», sagt Markus Dutli. «Aber ich will sicher auch in Zukunft am Neujahrsmarathon teilnehmen.»

Dasselbe gilt für seinen Sohn Fabian. Der Wirtschaftsinformatiker, der 2014 in seiner Kategorie über zehn Kilometer gewonnen hat, will dieses Jahr einen Podestplatz erklimmen. «Aber es wird schwierig», glaubt er. «Es werden einige Spitzenläufer am Start sein.»

Ganz Kurzentschlossene können sich am 31. Dezember von 19 Uhr
bis um 23.59 Uhr vor Ort in der Sporthalle Unterrohr in Schlieren nachmelden.