Ein wenig schüchtern nimmt er Platz und streicht seinen Pullover glatt. Jan Koller alias DJ Saint Peak wirkt ohne Mischpult nicht wie jemand, der gerne im Mittelpunkt steht. Dabei hat der Disk Jockey aus Weiningen für seine 19 Jahre schon einiges zu erzählen: Im November darf er nach Nairobi fliegen, um dort an einem Elektro-Festival aufzulegen.

Von Grunge zu Elektro-House

Die Musik begleitete Koller schon seit der Primarschule. Er spielte Schlagzeug in einer Band und brachte sich selber das Gitarre spielen bei. Damals schlug sein Herz noch für Grunge - Lieder von Nirvana dominierten die Zeit in seiner Band.

Mit dem Ausgehen in Zürcher Clubs entdeckte er seine Faszination für elektronische Musik. «Elektro-House verbreitet gute Stimmung. Das gefällt mir so daran», sagt Koller. Mit 17 Jahren begann er, selber zu produzieren. «Durch einen Zufall bin ich auf eine ältere DJane gestossen, die meine Musik immer wieder in Zürcher Clubs laufen liess», sagt Koller.

Seither konnte er schon in Amsterdam, in der Türkei sowie auch in der Dominikanischen Republik auflegen. Die Auftritte im Ausland seien bisherige Höhepunkte in seinem Leben gewesen. «Was auch enorm Spass gemacht hat, war das Auflegen an der Street Parade dieses Jahr. Für nächstes Jahr wurde ich auch schon angefragt», freut sich Koller.

Kontakte sind das A und O

Abgesehen von Koller und einem DJ aus Kanada sind alle auftretenden Disk Jockeys des Elektro-Festivals in Nairobi Kenianer. Wie also kommt es, dass ein 19-jähriger Weininger dafür ausgesucht wurde? Auch diese Chance verdanke er einer Begegnung, erklärt Koller. Bei seinem Auftritt in der Türkei wurde ein DJ aus Nairobi auf Koller aufmerksam.

Ein paar Wochen später erhielt er eine Einladung zum Festival. Anfangs war er misstrauisch und hielt es nicht für möglich, dass genau er für dieses Festival ausgesucht wurde. «Als ich dann aber die Flugtickets in der Hand hielt, freute ich mich nur noch», sagt Koller strahlend. «In diesem Business geht es zu einem grossen Teil um Kontakte. Ich bin ja leider nicht der Einzige, der den Traum vom grossen DJ träumt», sagt er.

Dadurch, dass diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, kann der Plattenaufleger ohne mulmiges Gefühl nach Nairobi fliegen. «Ich werde sogar von einer Person begleitet, die für meine Sicherheit zuständig ist», erklärt er.

Jede freie Minute im Studio

Zeitgleich mit dem Festival in Nairobi kommt auch Kollers erstes eigenes Lied heraus. Es sei ihm wichtig, dass seine Musik sich von den Mainstream-Liedern im Radio unterscheide. Er versuche etwas zu finden, das ihn einzigartig macht. «Die Schwierigkeit bei dieser Musikrichtung besteht darin, nicht plötzlich eine schon bekannte Melodie in das Lied einfliessen zu lassen», erklärt Koller.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Wenn er sich nicht mit seinem DJ-Pult beschäftigt, arbeitet Koller in der Personalabteilung bei Planzer Transport in Dietikon. Meist gehe er aber nach der Arbeit direkt ins Musikstudio und bleibe dort bis zum späten Abend. «Natürlich würde ich gerne mein Hobby zum Beruf machen. Man weiss aber nie, was kommt - die Musikbranche ist unberechenbar. Deswegen setze ich momentan nicht alles auf eine DJ-Karriere.»