Am 25. Juni 2015 fiel ein Baukran auf eine Urdorfer Liegenschaft, schlitzte einen breiten Riss in das Dach und zerstörte eine der Wohnungen gänzlich. Nur durch viel Glück wurde niemand verletzt. Auf den Unglückskran folgte ein neuer, stabiler verankerter, doch wirklich beruhigt war man an der Bahnhofstrasse 89 erst, als auch dieser kürzlich demontiert wurde.
«Während der Errichtung des neuen Krans haben meine Nachbarinnen und ich uns in einer Wohnung versammelt, um uns gegenseitig Mut zuzusprechen», sagt Bewohnerin Beatrice Rieser. Man hätte nach dem Unfall den Kran als konstante Bedrohung betrachtet, auch wenn sie selber gewusst hätten, dass keine Gefahr mehr bestünde.

Kran kracht auf Haus in Urdorf – eine Person wurde laut Meldungen leicht verletzt. Der Sachschaden ist gross.

«Die meisten Bewohner haben sich nach dem Ereignis unwohl gefühlt, neben der Baustelle mit dem Kran wohnen zu müssen», so Rieser. Auch wenn ihnen Experten versichert hätten, dass die Verankerung des neuen Krans absolut sicher sei, blieb doch dieses mulmige Gefühl.

Bei Bauherr eingezogen

Von den acht Wohnungen konnten sieben nur wenige Tage nach dem Unfall wieder bezogen werden. Die Familie der durch den Kransturz komplett zerstörten Dachwohnung jedoch wohnt immer noch auswärts. Stefan Schmid, Geschäftsführer von der sowohl für die neue wie auch die alte Liegenschaft zuständige S+U Bau AG, stellte der Familie während der sieben Monate dauernden Bauzeit kurzerhand sein eigenes Haus zur Verfügung. «In den nächsten Tagen werden auch sie ins renovierte Haus zurückkehren und dann feiern wir ein grosses Fest», sagt Rieser.

An den Kindern, die beim Kransturz im Haus waren, ist das Unglück derweil nicht spurlos vorbeigegangen. Eines zeigte Einschlafschwierigkeiten, ein anderes kehrte nur mit Mühe wieder ins alte Heim zurück, so Rieser.

Kürzlich wurde der Kran demontiert - eine Erleichterung für viele

Kürzlich wurde der Kran demontiert - eine Erleichterung für viele

Hinzu kamen die mehrmonatigen Renovationsarbeiten, die einen unbequemen Sommer bescherten. «Sieben Monate klingt nach einer langen Zeit für die Sanierung des beschädigten Dachs und der Fassade», sagt Bauchef Schmid. Man müsse jedoch berücksichtigen, dass der Renovation keine Planungsphase vorgehen konnte, wie sonst üblich. So hätten Handwerker und Material nach dem Unfall erst noch organisiert werden müssen.

Der Grund, weshalb der Kran ursprünglich auf die Liegenschaft der Bahnhofstrasse 89 gekippt ist, ist noch nicht geklärt. Somit gibt es auch keinen Schuldigen, gegen den die Stockwerkeigentümergemeinschaft zivilrechtlich vorgehen könnte. Bis auf weiteres bleibt der Schaden von 1,5 Millionen Franken folglich ein Fall für die Versicherung der Bewohner.