Wühlkisten oder doch lieber fein säuberlich präsentierte Ware? Auf dem Schlieremer Gaswerkareal gab es dieses Wochenende an der Brocante beides. Wer den zweitägigen Antik-, Kunst- und Flohmarkt besuchte, der stand vor einer grossen Diversität. Kein Stand glich wirklich dem anderen. Während die einen Händler auf gut sortierte Harassen setzten, stellten andere lieber Wühlkisten auf. Wiederum andere hatten lieber einen geordneten Tisch, auf dem sie ihre Ware präsentieren konnten, und einige weitere setzten auf Kleiderbügel und Stühle, um ihre Artikel
in Szene zu setzen.

Viel Verkaufstalent gefordert

Diese Vielfalt, nicht nur an Waren, vor allem auch an Händlern, macht die Brocante aus. Ein Spaziergang durch den Markt zeigte es dem Besucher sofort. Während man an gewissen Ständen stundenlang verweilen konnte und sich alles auf eigene Faust anschaute, setzte beim benachbarten Stand der Betreiber sein Verkaufstalent ein und verwickelte die potenziellen Kunden in Gespräche. Welches davon die bessere Variante ist, das gehört zu den Dauerbrennern unter den Diskussionsthemen, genauso wie das Wetter, die langen Reisewege und die teuren Abstellräume für die Ware.

Grösstes Thema der Händler war an diesem Markt allerdings die Frage, welches Geschäftsmodell denn das sinnvollere ist – die Spezialisierung auf gewisse Waren oder die grosse Vielfalt?

Die Sorgfalt beim Aussuchen der Waren macht sich jedenfalls bezahlt. Es sind meistens die kleinen Schätze, die Aufmerksamkeit generieren, wie beispielsweise eine schöne Sammlung an Baumaschinen-Miniaturen der Firma Caterpillar, die eine Verkäuferin anbot. Viel Kundschaft hatte auch ein Händler, der in seinem Angebot eine Kollektion an künstlerisch bemalten T-Shirts und Jacken für die beleibteren Marktbesucher führte.

Das Wetter spielte einen Streich

«Das Ziel ist für alle Händler dasselbe – Gewinn erzielen», erklärte Daniel Bürli aus Schlieren. Allerdings seien sie meist auch schon froh, wenn sie die Standkosten von 100 Franken wieder einholen könnten, fügte er schmunzelnd an. Dies erfordert natürlich auch hartes Verhandeln, was ebenso zu einem beliebten Diskussionsstoff auf der Brocante rund um den Belltree-Tower gehörte. Bei solchen Verhandlungen sind nicht nur die Aussteller gefragt, sondern auch die Besucher – die zweite, treibende Kraft an solch einem Markt.

Allerdings könnten diese unterschiedlicher nicht sein. Die einen stöberten nur, während andere schon über Preis verhandelten, noch bevor sie den Artikel begutachtet hatten.
Es waren Sammler unterwegs. Aber auch solche, die nach allen möglichen Waren Ausschau hielten, die
sie vielleicht günstiger als im Fachgeschäft auftreiben können.

Dies führte dazu, dass die Brocante trotz wechselhaftem Wetter stets gut besucht war. Nicht zuletzt, weil sich die Organisatoren um Remo Schällibaum ein gutes Zusatzprogramm ausgedacht haben. McDonald’s stellte eine ganzzeitige Kinderbetreuung, während am Abend Festprogramm angeboten wurde. Leider musste das Programm am Sonntagnachmittag wegen des schlechten Wetters geändert werden. Die geplanten Autogrammstunden von Spielern des FC Zürich und der ZSC Lions fielen buchstäblich ins Wasser.