Zur Tötung der 84-jährigen Frau in Oberengstringen von vergangener Woche sind noch immer viele Fragen offen. So steht etwa weiterhin nicht fest, was genau die Todesursache war und wie weit sich im Rahmen der kriminalistischen Untersuchung der Verdacht der vorsätzlichen Tötung gegen den Sohn der Rentnerin und dessen Ehefrau erhärtet hat.

Rettungskräfte hatten die Rentnerin am vergangenen Mittwochabend in ihrer Wohnung in einem ruhigen Wohnquartier der Gemeinde tot aufgefunden.

Kurz davor hatte der 49-jährige Sohn bei der Kantonspolizei angerufen und gemeldet, es gehe seiner Mutter gesundheitlich schlecht.

Die Obduktion ergab schliesslich, dass sie gewaltsam ums Leben kam. Der Mann und seine 33-jährige Ehefrau wurden verhaftet und sind laut diversen Medienberichten weiterhin in Untersuchungshaft.

Der zuständige Staatsanwalt teilte gestern auf Anfrage mit, dass er neue Erkenntnisse zum Fall erst in den nächsten Tagen kommunizieren werde.

Mehr Auskünfte zu den Umständen und den Hintergründen der Tat gab jedoch ein Nachbar der Getöteten in einem Bericht des TV-Senders Tele M1.

Sohn heiratete erst vor kurzem

Darin hiess es, dass der Sohn des Opfers seine Frau erst kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres geheiratet habe.

Weil die Wohnung des Ehepaars noch nicht fertiggestellt war, seien die beiden vorerst zur Mutter des Ehemannes gezogen.

Der mit der Familie bekannte Nachbar erklärte gegenüber dem TV-Sender, dass er vor dem Grosseinsatz der Polizei «weder Schreie noch einen Schuss oder sonst etwas» gehört habe.

Der Sohn der Rentnerin galt im Mehrfamilienhaus als zurückgezogen. Seine neue Frau habe man aber «als Glücksfall für die ganze Familie» und «freundliche Person» wahrgenommen, erklärte der Nachbar im Interview.

Ein anderer Nachbar zeichnete jedoch gegenüber dem «Tages-Anzeiger» ein anderes Bild: Dort hiess es, die neue Schwiegertochter habe sich in den Haushalt der Rentnerin «stark eingemischt» und diese ihrer «Persönlichkeitsrechte» beraubt.