Nina Lippuner stammt ursprünglich aus dem bulgarischen Plowdiw, wo sie die Schulen besuchte und Schaufenster-Gestalterin lernte.

«Bereits als Kind war ich äusserst kreativ, in dem ich mir meine Spielsachen selber bastelte, weil es in den Läden keine zu kaufen gab.

Puppen habe ich aus Strümpfen – und Stofftiere aus Fellen zusammen genäht», erzählt sie. Sie habe schon immer ein gutes Auge für Formen und Farben gehabt, erinnert sich die blonde Frau.

Gott Amor muss wohl seine Hände im Spiel gehabt haben, als die junge Bulgarin in ihrer Heimatstadt einem charmanten Schweizer namens Gerhard begegnete, der dort gerade auf einer Verkaufs-Messe tätig war.

Mit 19 Jahren folgte sie ihrer grossen Liebe nach Zürich, wo die beiden den Bund fürs Leben schlossen.

Als die zwei gemeinsamen Kinder alt genug waren, begann Nina Lippuner, nach einer Tätigkeit ausser Haus zu suchen.

2005 erstes eigenes Geschäft

Nach ein paar Jahren im Verkauf eines grossen Damenbekleidungshauses sammelte sie Erfahrung in kleineren Geschäften und arbeitete danach zehn Jahre als Einkäuferin für Boutiquen.

«Ich konnte die Ware in den Modezentren Mailand, Paris und Amsterdam gezielt ordern, weil ich die Wünsche der jeweiligen Stammkundschaft kannte und damit das Risiko der Boutiquen minderte, auf den Artikeln sitzen zu bleiben», sagt Lippuner.

2005 eröffnete die 47-Jährige ihr erstes eigenes Geschäft, das äusserst erfolgreich war.

Vor zwei Jahren bewarb sich Nina Lippuner bei der Migros-Pensionskasse für ein Mietobjekt an der Birmensdorferstrasse 79 in Urdorf und erstellte bereits dann ihr Ladenkonzept.

«Die Verantwortlichen der Migros waren begeistert und fanden, dass meine Boutique die Attraktivität vom Zentrum Spitzacker optimieren würde.

Im Juli 2014 begannen mein Mann und ich, den Rohbau nach eigenen Ideen und mit eigenen Händen auszubauen», so Lippuner.

Sie hätten Tag und Nacht und jedes Wochenende geschuftet und alles selbst gemacht, sogar die weissen Sessel. Diese habe ihr Mann nach ihren Zeichnungen gefertigt.

Inzwischen haben viele Urdorfer sowie Leute aus der näheren und weiteren Umgebung die Boutique Lipp entdeckt und decken sich hier regelmässig mit Kleidern oder Geschenkartikeln ein.

Es werden auch Hand gefertigte Artikel der Stiftung Solvita feilgeboten, welche Nina Lippuner uneigennützig unterstützt.

Jeweils am letzten Donnerstag vom Monat findet ein Spezial-Event statt. «Das sind sehr unterschiedliche Anlässe.

Mal stellt eine Kunsthandwerkerin ihre Kreationen vor, wie beispielsweise Figuren aus Gips, Silber-Schmuck oder Porzellan-Schmuck von Irma Wirth aus Dietikon. Oder ich organisiere eine Modenschau oder Halloween-Party», sagt Lippuner.

Meist würden zwischen 30 und 40 Frauen an den Anlässen teilnehmen.

Inzwischen sei sie in Urdorf etwa so bekannt wie ein bunter Hund, sagt Lippuner.

Ab Anfang Januar lockt übrigens bereits wieder attraktive Frühlings-Garderobe, die heuer mit neuen Marken und zarten Pastellfarben überrasche.

Man könne sich Mode mässig also schon wieder auf die wärmere Jahreszeit einstimmen.