Neben dem Bau der Bahn selbst und Anpassungen am Strassennetz impliziert dies auch Verbesserungen am Busnetz.

Das Fahrplanverfahren für die Zeit nach der Inbetriebnahme der ersten Bahnetappe von Altstetten bis Schlieren Geissweid Ende 2019 beginnt gemäss dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) zwar erst 2018. Doch bereits jetzt stehen einige Änderungen an bestehenden Buslinien fest.

Eine Massnahme, die bereits bekannt ist, betrifft die Buslinie 303. Sie wird spätestens 2022 mit der Inbetriebnahme der zweiten Etappe der Limmattalbahn bis Killwangen-Spreitenbach gestrichen.
Verkürzt geführt wird ab 2019 die Linie 31. Statt bis Schlieren wird der Bus dann nur noch bis zur heutigen Haltestelle Micafil fahren und dort wenden. Ursprünglich hätten Limmattalbahn und Tramlinie 2 den Bus zwischen Altstetten und Schlieren ganz ersetzen sollen. Doch dazu kommt es nicht.

Der Grund: Wegen des Widerstands der Altstetter Bevölkerung wird die Tramlinie 2 vom Lindenplatz her nicht über den Bahnhof Altstetten nach Schlieren weiterfahren, sondern direkt über den Farbhof. Damit besteht laut Thomas Kellenberger, Mediensprecher des ZVV, künftig keine ausreichende Verbindung zwischen Bahnhof Altstetten und der Haltestelle Micafil: «Nach Abschluss der ersten Etappe, wenn nur die Tramlinie 2 nach Schlieren fährt, wären die Gebäude im Hermetschloo gar nicht mit dem Bahnhof verbunden, in der zweiten Etappe mit der Limmattalban nur im Viertelstundentakt, das ist zu wenig.»

Eine Erhebung der Zusteigezahlen habe gezeigt, dass daher die Buslinie für die Erschliessung vom Bahnhof Altstetten her weiterhin nötig sei, so Kellenberger. Eine Wendeschlaufe muss dazu nicht gebaut werden: Laut ZVV fahren die Busse im Hermetschloo um ein Gebäude herum und biegen dann in Richtung Zürich wieder in die Zürcherstrasse ein.

Die meisten anderen feststehenden Anpassungen betreffen laut den Zürcher Verkehrsbetrieben (VBZ) den Raum Dietikon:
Linien 305, 306 und 325: Neue Linienführung im Zentrum und Ausfahrt über Bremgartnerstrasse anstelle Poststrasse. Aufhebung Haltestelle Kirchplatz und Bahnhofstrasse.

Linie 311 und Linie 314: Neue Linienführung über Schöneggstrasse anstelle Zürcherstrasse.
Keinen Einfluss hat der Bau der Limmattalbahn aller Voraussicht nach auf den Takt der Buslinien. Denn die Busse werden laut Kellenberger «weiterhin auf das übergeordnete S-Bahn-Netz ausgerichtet sein und nicht auf die Limmattalbahn».

Anbindung aller Gemeinden geplant

2007, als sich 19 Limmattaler Gemeinden mit dem «Letter of Intent» das Ziel setzten, eine Stadtbahn zu realisieren, verbanden sie damit das Versprechen, auch die nicht von der Bahn bedienten Gemeinden mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzubinden. Nach aktuellem Stand ist jedoch noch kein Ausbau des Busnetzes geplant. Gemeinden, die von der Bahn nicht direkt profitieren, sehen darin jedoch noch keinen Anlass zur Sorge.

So sagt etwa der Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP), dass man in Sachen öffentlicher Verkehr «bereits gut versorgt» sei. Man werde im Rahmen des Fahrplanverfahrens 2020-2022 aber abklären, ob zusätzliche Anbindungen erwünscht wären. Konkrete Erwartungen hat hingegen der Oetwiler Gemeindepräsident Paul Studer (FDP): «Wir wünschen uns schon lange eine Busverbindung ins Gebiet Silbern.

Im Zusammenhang mit der Bahn werden wir das mit mehr Nachdruck einfordern.» Er und seine Ratskollegen haben bereits das Gespräch mit dem ZVV gesucht. Birmensdorf, neben Uitikon und Aesch die einzige Gemeinde im Bezirk, deren Bevölkerung der Bahnvorlage im November zugestimmt hat, sieht keinen Bedarf für einen Ausbau des Busnetzes.

Sicherheitsvorstand Paul Gähler (CVP) sagt, dass die Gemeinde eher nach Zürich ausgerichtet sei, als ins Limmattal. «Und mit den Postautos und der S-Bahn sind wir in diese Richtung bereits gut versorgt.» Dank der Buslinie nach Dietikon bestehe zudem bereits eine Verbindung, die später einen Anschluss an die Limmattalbahn gewährleiste.

«Im Zusammenhang mit der Limmattalbahn werden wir die Busverbindung ins Gebiet Silbern mit mehr Nachdruck einfordern.» Paul Studer (FDP) Gemeindepräsident Oetwil

«Im Zusammenhang mit der Limmattalbahn werden wir die Busverbindung ins Gebiet Silbern mit mehr Nachdruck einfordern.» Paul Studer (FDP) Gemeindepräsident Oetwil