Am Wohn- und Bewirtschaftungskonzept haben die Fachhochschule Luzern und das Wohnforum der ETH Zürich mitgearbeitet.

«Die getrennte Betrachtung von Wohnraum, Mobilität und Freizeit macht keinen Sinn mehr», sagt Vidal Benchimol, Projektentwickler und CEO von Ecofaubourgs. «Für uns liegt die Lösung in der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen und in neuen Formen des Zusammenlebens.»

Mehr als nur erneuerbare Energien nutzen

Das innovative Konzept des Ecofaubourgs-Quartiers geht also über die Nutzung von erneuerbaren Energien hinaus – die Stärkung des sozialen Lebens ist ebenfalls Teil davon. Den Bewohnern soll ein umfangreiches Angebot zur Verfügung stehen: Car- und Bikesharing, ein Bestand an frei zugänglichen Elektromobilen, eine Kinderkrippe, Familiengärten, Gemeinschaftsräume, Ateliers und ein Quartierladen mit Produkten von lokalen Anbietern gehören dazu.

Zudem wird ein Quartier-Coach die Mieter beraten, vernetzen und kleinere Arbeiten erledigen. «Wir begnügen uns nicht mit Bau und Verkauf der Immobilie. Wir wollen den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern auch die Möglichkeit bieten, hohe Lebensqualität zu erfahren ohne das Gefühl, dass dies auf Kosten der Umwelt oder der Ausbeutung von Ressourcen südlicher Länder geschieht», erklärt Benchimol.

Ein Angebot für umweltbewusste Menschen? Nicht nur, so der Bauherr. «Niemand wird gezwungen, die Angebote zu nutzen. Wir sind sicher, dass sich die Leute automatisch ökologischer verhalten, wenn die entsprechenden Angebote zur Verfügung stehen.»

Keine Genossenschaft

«Es handelt sich nicht um eine Wohngenossenschaft», betont Benchimol. «Gemeinschaftlich genutzte Räume setzen im Allgemeinen ein starkes Engagement der Nutzer voraus. Sie müssen sich zusammen um deren Unterhalt kümmern oder an Generalversammlungen teilnehmen. Wir denken, dass ein solches Engagement nicht von allen erwartet werden darf.»

Das Konzept zielt auf unterschiedliche Mieter: Studenten, Familien und ältere Menschen sollen einmal in dem Quartier wohnen. «Der Familiengarten soll als Begegnungszentrum dienen», sagt der Projektentwickler. Die Mieten würden sich im üblichen Rahmen bewegen: «Die Mieten sind nicht teurer als für eine normale Wohnung, im Gegenteil, man spart Energiekosten.» Die Wohnungen sind zwischen 2½ und 5½ Zimmer gross.

Schlieren sei ein idealer Standort für das Pilotprojekt, sagt Benchimol: «Die Nachfrage nach urbanem Wohnraum steigt nach wie vor stark. Die Gemeinde mit rund 17000 Einwohnern ist mit dem S-Bahn- und dem Busnetz des Zürcher Verkehrsverbundes sehr gut erschlossen.»