Neben der Begrüssung des neuen Jahrs wurde am Dreikönigskonzert in Schlieren auch Abschied genommen: Die Orgel in der reformierten Kirche wurde am Sonntagabend zum letzten Mal gespielt, bevor gestern Montag mit ihrer Demontage begonnen wurde – die Orgel muss generalüberholt werden (die Limmattaler Zeitung berichtete). Doch der Abschied war dem stolzen Instrument würdig: Nachdem Organist Gilberto Fischli eine melancholisch-besinnliche Bach-Arie angestimmt hatte, gesellte sich Jackie Rubis Hammond Trio zu ihm und begleitete die grosse Orgel für ein letztes, nun wieder etwas beschwingteres Stück.

Die beschwingte Stimmung hatte das Trio, zu dem neben Rubi an der Hammond-Orgel der Gitarrist Patrick Oriet und der Schlagzeuger Wim Dykstra gehören, aus dem zuvor gespielten Dreikönigskonzert mitgenommen. Das Trio spielte vor allem Stücke bekannter Jazz-Organisten und -Pianisten wie Jimmy Smith oder Horace Silver. Einige Zuschauer in der gut gefüllten grossen Kirche wippten mit ihrem Kopf vergnügt zum Takt oder klatschten gegen Schluss sogar mit. Rubi, die in Unterengstringen eine Bar mit eigenem Orgelmuseum, dem Orgelsurium, betreibt, genoss den Auftritt sichtlich und hätte wohl noch eine Weile weitergespielt. Im Anschluss an das von der reformierten Kirche organisierte Konzert ging das Programm aber noch weiter.

Hoffnungsvolle Ansprache

Im Stürmeierhuus offerierte die Kulturkommission Glühwein und Dreikönigskuchen, während sich Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin mit einer Neujahrsansprache ans Publikum wandte. Er erinnerte an ein Jahr 2015, in dem mit dem Baubeginn des neuen Schlieremer Reitmen-Schulhauses oder des Spitals Limmattal grosse Bauprojekte begonnen worden und andere an der Urne beschlossen wurden. Als er kürzlich durch den Zürcher Hauptbahnhof spaziert sei, erzählte er, sei er überwältigt gewesen beim Gedanken daran, welchen Mut und welche Zuversicht es vor 150 Jahren von den Leuten gebraucht habe, um ein solch gewaltiges Gebäude wie den Hauptbahnhof zu errichten. Diese Haltung wünsche er sich im Hinblick auf zukünftige, wegweisende Projekte auch für die Bevölkerung von Schlieren.