«Wassmer! Wassmer!», skandierten die Urdorfer Fans auf der Tribüne der Kunsteisbahn Weihermatt am Samstagabend lautstark.

Es klang wie eine Hommage ans Hinspiel in Bassersdorf. Auch damals feierten die Urdorf-Anhänger «ihren» Goalie, der mit seinen Paraden massgeblich daran beteiligt gewesen war, dass die Limmattaler ihren ersten Auswärtssieg der Saison einfahren konnten.

Im Hinspiel hatte Florian Wassmer während des Spiels mit Paraden brilliert. Am Samstagabend auf der Weihermatt glänzte er vor allem im Penaltyschiessen.

Gleich gegen drei Bassersdorfer Schützen wehrte Wassmer die Scheibe ab und legte so den Grundstein für den Erfolg seiner Mannschaft.

Er selbst schätzte seinen Anteil am Urdorfer Sieg allerdings nicht so hoch ein. «Es braucht auch gute Schützen innerhalb des Teams», meinte er bescheiden.

Und trotzdem waren Wassmers Paraden am Schluss der Partie ein Spiegelbild der Leistung der gesamten Urdorfer Mannschaft.

Wieder mal hatten die «Stiere» einen schlechten Start erwischt. Nach zehn Minuten lagen sie bereits mit 0:2 in Rückstand – und das erst noch nach zwei vermeidbaren Toren.

«Beim ersten Tor ist mir die Scheibe blöd durchgerutscht», gestand Wassmer. «Und beim zweiten Tor hätte ich den Puck eigentlich sehen müssen.»

Hoch anrechnen musste man Wassmer und seinen Teamkollegen, dass sie sich nicht entmutigen liessen und sich steigerten.

Besonders zu Beginn des zweiten Drittels waren die Urdorfer enorm bissig. Als der Bassersdorfer Willy Staiger wegen Beinstellens auf die Strafbank musste, zogen die «Stiere» ihr Powerplay auf – und prompt traf Serge Haas mit einem satten Schuss zum verdienten Anschlusstreffer.

Doch dann musste der Urdorfer Jann Schmid auf die Strafbank, und mit Ablauf der Strafe traf Mario Oschwald zum dritten Tor für die Gäste.

Eine Reaktion der «Stiere» war nun gefragt. Sie kam – und wie. Nur anderthalb Minuten nach dem Bassersdorfer Treffer legte Ken Walliser auf zu Iloy Borer, und der traf mit einem schönen Schuss in die Ecke – nur noch 2:3 aus Sicht der «Stiere».

Ausgleich kurz vor Schluss

Es folgte das Schlussdrittel, und die Spannung war kaum auszuhalten. Noch fünfeinhalb Minuten blieben zu spielen.

Ken Walliser konnte eine gute Torchance nicht nutzen, auf der anderen Seite verpasste Roman Farner die Vorentscheidung.

Dann, zweieinhalb Minuten vor Schluss, musste der Bassersdorfer Thomas Gysler raus, und nur eine Minute später erwischte es auch Torhüter Benjamin Geier – doppelte Überzahl für Urdorf.

Da liessen sich die «Stiere» nicht zweimal bitten: Nicolas Landis traf anderthalb Minuten vor Schluss zum 3:3-Ausgleich und ermöglichte seinem Team dadurch erst die Verlängerung und das erwähnte Penaltyschiessen.

«Am Schluss ging bei uns der Knopf auf», meinte Urdorf-Trainer Jürg Brügger nach dieser Achterbahnfahrt der Gefühle.

Aber er gab auch zu: «Mit dem ersten Drittel war ich nicht zufrieden. Das zweite war besser, aber nicht gut.»

Vor allem vermisste er die Kampfbereitschaft im Spiel nach vorne. Dafür lobte er sein Team für dessen Moral. «Wir haben Charakter gezeigt», stellte er fest. «Das macht mich stolz.»

Showdown in Zug

Charakter wird auch am Samstag gefragt sein. Dann spielen die «Stiere» auswärts gegen Zug, das überraschend klar mit 3:7 gegen Chiasso verloren hat. Nun haben die Zuger einen Punkt Rückstand auf Urdorf.

«Wir sind gebrannte Kinder»

Mit einem Sieg am Samstag könnten die Urdorfer sich also doch noch für die Playoffs qualifizieren, je nachdem, wie Bellinzona in Luzern spielt.

«Das wird ein Showdown-Match», freut sich Brügger. Er sieht bei seinen Schützlingen einen leichten Vorteil: «Wir sind gebrannte Kinder, die mit solchen Situationen umgehen können.»