Die Stadtjugendmusik Schlieren sucht das Abenteuer – zumindest für einen Abend. Getreu dem Motto des diesjährigen Jahreskonzerts spielten sich die jungen Musikerinnen und Musiker am Samstagabend im Salmensaal durch ein Potpourri bekannter Filmmelodien. Laut und stimmig eröffnet wurde das Programm jedoch von den Tambouren der Kreismusik Limmattal. Sie verstanden es, die Aufmerksamkeit des Publikums im Nu zu erobern.

Noch bevor sich der rote Vorhang dann definitiv für die Stadtjugendmusik öffnete, hielt die Präsidentin, Susanne Dalcher, eine kurze Rede. «Früher waren es Ritter, welche die Abenteuerlust verkörperten. Heute sind es vielleicht Aussteiger», sagte sie. Denn das Leben sei bereits ein Abenteuer. Das Korps werde sich aber auf fiktive Nervenkitzel konzentrieren.

Dinosaurier schauen vorbei
Mit «Raiders Arch» von John Williams, der prägnanten Titelmelodie aus den «Indiana Jones»-Filmen, starteten die jungen Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Thomas Bhend ihr Konzert. Filmreif ging es weiter: Zum Medley «Grusical Times» wurde die Bühne in blutrotes Licht getaucht. Passenderweise erklang im Anschluss ein Lied für den Tod: Bei «Once Upon a Time in the West», dem Klassiker von Ennio Morricone, wurde die Schlüsselszene in Dauerschleife auf der Leinwand gezeigt.

Die Stadtjugendmusik stellte sich weiter etwa der «Mission Impossible» oder auch Spielbergs Dinosauriern, liess aber auch ruhige Töne zu. Etwa mit «Conquest of Paradise» von Vangelis – dort übernahmen Sängerinnen des Ad-hoc-Jugendvocalensembles den Chor-Refrain. Moderiert wurde der Abend von Sarah Garea und Michelle Niedermann. 

Die Stadtjugendmusik begeistert an ihrem Auftritt auch mit dem King of Rock 'n' Roll

Ein Abend, der ursprünglich unter einem anderen Motto hätte stehen sollen. In der Planungsphase dachte die Kommission zunächst an «Adventure & Crime» als Titel für das Jahreskonzert, wie sich der Vizepräsident Stadtjugendmusik, Franz Stimpfle, erinnerte. Doch das kriminalistische Element wurde schliesslich verworfen.

«Diesmal musizieren wir weniger theatralisch, auch, weil wir zahlenmässig etwas schwach besetzt sind», so Stimpfle.  Tatsächlich sucht die Stadtjugendmusik dringend Nachwuchs auf allen Registern. «Die Konkurrenz von Sportvereinen und Unterhaltung aller Art sind nicht von der Hand zu weisen», erklärte Stimpfle. Also wurden Kompositionen ausgesucht, die das Korps ausfüllen kann.

Für visuellen Zauber sorgte die Schlieremer Firma Effekte.ch. Diese rundeten das Gesamtbild des Jahreskonzerts ab. Die Stadtjugendmusik Schlieren spielte elegant. Das Publikum würdigte den Auftritt denn auch mit viel Applaus. Wer die Gruppe nochmals erleben möchte, kann dies am 30. Januar tun; dann ist sie beim Jahreskonzert der Harmonie Urdorf zu Gast.