«Nein!», ruft Peter Matt und lächelt gequält. Wieder hat ein Ball von Gerald Zhang, seinem Gegenspieler aus Urdorf, die Netzkante berührt. Wieder punktet Zhang, der sich sofort entschuldigt. «Schon gut!», sagt Matt.

Die Netzroller sind symptomatisch für diese Zweitrundenpartie der Kategorie Herren C. Das Glück ist nicht auf Matts Seite.

Er muss in den fünften, entscheidenden Satz gegen seinen Kontrahenten, der eigentlich als Underdog in die Partie gegangen war.

Doch auch im Entscheidungssatz hadert Peter Matt. Denn ausgerechnet in diesem Satz läuft Zhang zur Hochform auf.

Seine Schläge sind präzise, er ist schnell auf den Beinen. Am Ende muss sich Matt mit 11:7 geschlagen geben.

Eine Stunde zuvor. Matt genehmigt sich einen Kaffee in der Zentrumshalle in Urdorf, wo die 48. Ausgabe des Limmattaler Tischtennis-Turniers ausgetragen wird. «Das ist mein Benzin», sagt er und lacht.

Der 49-Jährige, der beim Tischtennisclub Dietikon-Weiningen spielt, ist gut gelaunt, denn er hat seine Startpartie gegen Kay Mafli von BW-Wollishofen glatt in drei Sätzen gewonnen. Und das, obwohl er zu Beginn Schwierigkeiten gehabt und mit 2:6 in Rückstand geraten ist.

Doch Matt weiss, wie er mit solchen Situationen umzugehen hat – dank seiner Routine. Seit 33 Jahren spielt er Tischtennis, seit 30 Jahren nimmt er am Limmattaler Tischtennis-Turnier teil.

Was fasziniert ihn so sehr an dieser Sportart? «Das Tempo und die Präzision, die es braucht», sagt er. «Und man muss vorausschauen, was passieren könnte.»

Mittlerweile ist Matt als C9 klassiert, wobei 10 die höchste Stufe in der jeweiligen Kategorie ist.

Er gilt damit im Turnier der Herren C als Anwärter auf eine gute Platzierung. Doch er ist nicht der Einzige, auf dem die Limmattaler Hoffnungen ruhen.

Ein Dutzend Spieler aus dem Limmattal spielen in der Kategorie C mit. «In dieser Kategorie könnte der eine oder andere aus Region das Viertel- oder gar das Halbfinale erreichen», meint Martin Münger vom Organisationskomitee.

In der Kategorie C sind die Limmattaler stark vertreten. Und mit rund 60 Teilnehmern ist sie auch eine der am stärksten besetzten Kategorien, wenn man bedenkt, dass sich insgesamt etwas mehr als 100 Spielerinnen und Spieler für das diesjährige Limmattaler Tischtennis-Turnier angemeldet haben.

«Damit liegen wir in etwa im Vorjahresbereich», sagt Münger. Allerdings: Die Zahl der Anmeldungen hat sich in den letzten Jahren spürbar reduziert. Einst konnte das Limmattaler Tischtennis-Turnier sogar fast doppelt so viele Teilnehmende vermelden.

«Das liegt daran, dass es früher keine Minuspunkte gab für diejenigen Spieler, die an einem Turnier verloren haben», erklärt Münger.

Jetzt gehe ein Spieler das Risiko ein, Punkte einzubüssen und in der der Klassifizierung zurückzufallen, falls er an einem Turnier verliert.

Hinzu kommt, dass die Meisterschaft im Tischtennis normal weiterläuft. «Da wird es einigen Spielern zu viel, am Sonntag noch an einem Turnier teilzunehmen», mutmasst Münger.

Nicht so bei Peter Matt. Er spielt an diesem Sonntagnachmittag auch noch in anderen Kategorien, beispielsweise bei der O40, also bei den über 40-Jährigen.

Für den 49-Jährigen kein Nachteil, im Gegenteil. «Ich mag es viel lieber, meine Partien gleich nacheinander zu bestreiten und nicht so viele Pausen zu haben», sagt er. Habe man zwischen den Spielen zu lange Pausen, kühle man zu sehr ab.

«Dann muss man erst wieder warm werden», erklärt er. Spiele man hingegen seine Spiele nacheinander, sei man danach «nudelfertig».

Immerhin ein Urdorfer im Final

Kurz darauf wird er bereits gerufen. Die Partie gegen Lokalmatador Gerald Zhang steht an – ein echtes Limmattaler Derby.

«Er ist als C5 klassiert», sagt Matt über seinen Gegner. «Ich sollte ihn also eigentlich schlagen. Aber er ist jünger als ich. Mal sehen!» Dass Matts Skepsis begründet ist, zeigt sich nur wenig später.

Mit der Niederlage gegen Zhang ist Matts Traum geplatzt, die Halbfinals bei den Herren C zu erreichen. Dafür schafft es sein Vereinskollege Raphaël Buck in die Runde der letzten Vier und mit dem Urdorfer Manuel Koller ein weiterer Limmattaler.

Der Urdorfer Severin Durrer spielt sich bis in die Viertelfinals. Und Gerald Zhang? Der scheidet zwar in der Kategorie C aus. Doch in der Kategorie D schafft er den Einzug in den Final, wo er Nemo Milos in vier Sätzen unterliegt.