Nach der Gemeindepräsidentin sei der Schirmherr der Fasnacht der zweithöchste Urdorfer, so sagt man. Für den seit letzter Woche somit höchsten Mann in der Gemeinde, Thomas Bader, ist die Wahl zum Schirmherrn eine grosse Ehre, wie er sagt. Damit habe sich eine weitere Parallele zwischen seinem eigenen und dem Lebenslauf seines Vorgängers, Gewerbevereins-Präsident Stefan Schmid, ergeben. «Ich kenne Stefan Schmid von Kindesbeinen an. Wir verbrachten unsere Freizeit als Kinder auf demselben Bauernhof und machten dieselben Sportarten», sagt Bader. Die beiden teilen auch die Begeisterung für Motorräder und die Schifffahrt. Mit dem Amt als Schirmherr kommt nun eine weitere Gemeinsamkeit hinzu.

Chef von 70 Angestellten

Der 43-jährige Bader ist ein Ur-Urdorfer. Er wuchs in der Gemeinde auf und absolvierte hier die Schulen. Nur für seine Lehre als Elektriker ging er weg – ins benachbarte Birmensdorf. Stets liess er sich in seinem Beruf weiterbilden: als Telematiker, Kontrolleur, Meister und in Unternehmensführung. Eine dreijährige Ausbildung zum diplomierten Betriebswirtschafter sollte sein Profil abrunden und ihm das Rüstzeug für die Gründung seines eigenen Unternehmens geben. Den Schritt in die Selbstständigkeit wagte er vor zwölf Jahren mit der ETS Installationen. Was als 2-Mann-Firma startete, ist heute Arbeitgeber für über 50 Angestellte.

Doch damit nicht genug: Aus dem Businessplan einer Diplomarbeit, den Bader für einen Freund gegenlas, wurde sein zweites Standbein. «Als ich diese Ideen sah, war mir klar, dass dies ein Erfolg wird», so Bader. Mit der Firmengründung der BW Mode wagte er auch den Sprung in eine andere Branche. «Wir bieten massgeschneiderte Anzüge und Hemden, aber auch Corporate Fashion an», sagt er. Heute seien Angestellte namhafter Unternehmen mit Shirts, Caps und Kapuzenpullis ausgestattet, die von BW Mode hergestellt wurden.

Aufgewachsen mit dem Fest

Nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Freizeit war Bader stets aktiv. So präsidierte er einst die Urdorfer Knabengesellschaft, war Feldweibel der Feuerwehr, fungierte als Kassier des Männerturnvereins und als OK-Präsident des Wirtschaftsbetriebs der Urdorfer Fasnacht. Darüber hinaus wagte Bader im Jahr 2008 den Schritt in die Politik. Er kandidierte für die SVP als Nachfolger des zurücktretenden Gemeinderates Andreas Weisflog. Er unterlag am Wahltag der heutigen Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner.

Bei so viel Umtriebigkeit, wo bleibt da die Zeit für seine Pflichten als Schirmherr der Urdorfer Fasnacht? «Für die wichtigen Dinge im Leben nimmt man sich Zeit», sagt der zweifache Vater. Am meisten freue er sich auf die Urdorfer Fasnacht vom Wochenende ab dem 12. Februar: «Mit diesem Anlass bin ich aufgewachsen.» Trotz Nostalgie hält er Neuerungen für wichtig. Im Speziellen freut er sich auf das musikalische Programm. «Das Duo ‹ChueLee› spielte an meinem 40. Geburtstag. Die beiden Entertainer waren so gut, dass gegen Ende gar zwei 70-Jährige auf den Stühlen tanzten. Genau dies erhoffe ich mir von ihrem Auftritt an der Urdorfer Fasnacht.»

Kurze Fasnachtssaison

Dass er der Fasnacht-Festivitäten müde werde, denkt Bader nicht: «Ich habe das grosse Glück, dass die diesjährige Saison mit sechs Wochenenden eher kurz ist», so Bader lachend. Andere hätten bis zu neun oder zehn Wochenenden auf den Beinen verbracht, was ihn wohl an seine Grenzen gebracht hätte. Wie in anderen Bereichen dient ihm auch bei seinen Zielen als Urdorfer Schirmherr Stefan Schmid als Vorbild: «Er hat es geschafft, dass viele Urdorfer unserer Generation, die der Fasnacht über Jahre hinweg fernblieben, wieder ans Fest kommen», sagt Bader. Schmid habe bereits viele Leute von früher mobilisiert und er hoffe, dass er noch ein paar zusätzliche Urdorfer und Limmattaler für die Fasnacht begeistern kann.