«Die Schweiz baut sich selber ab.» So lautete einer der Leserkommentare auf die Nachricht, dass auch Limmattaler Post-Filialen von der geplanten Schliessungswelle betroffen sind. Bis 2020 sollen schweizweit deren 600 wegfallen, also von aktuell 1400 werden in drei Jahren nur noch zwischen 800 und 900 offen sein. Welche dies sind, gibt die Post bislang nicht bekannt. Doch Anfang Februar veröffentlichte die Gewerkschaft Syndicom eine Gefährdungskarte, auf der sämtliche Schweizer Poststellen angezeigt sind, denen die Schliessung droht.

Dies sind: Uitikon, Birmensdorf, Urdorf, Geroldswil, Fahrweid, Weiningen, Unterengstringen, Oberengstringen und Dietikon Brunau

Neun der insgesamt elf Filialen des Limmattals stehen laut Syndicom unter Schliessungsgefahr.

Dies sind: Uitikon, Birmensdorf, Urdorf, Geroldswil, Fahrweid, Weiningen, Unterengstringen, Oberengstringen und Dietikon Brunau

Post beruhigt Gemeinden

Bei den Bewohnern der möglicherweise von einer Schliessung betroffenen Gemeinden ist ein Aufschrei bislang ausgeblieben. Jürg Engeli, Gemeindeschreiber von Unterengstringen, ist keine Anfrage aus der Bevölkerung bekannt. «In einem Informationsschreiben der Post wurde der Gemeinderat darüber informiert, dass die Filiale in Unterengstringen nicht für eine Schliessung infrage komme», so Engeli. Daher nehme man von dieser Gefährdungskarte zwar Kenntnis, gehe aber davon aus, dass die Post direkt in einem Gespräch informieren würde, stünde eine Schliessung im Raum. «Wäre dies der Fall, würde der Gemeinderat sofort das Gespräch suchen und nötigenfalls intervenieren.»

Anders klingt es beim Nachbarn Weiningen: «Wir befinden uns derzeit mit der Post in Gesprächen», sagt Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) auf Anfrage. Mehr könne er derzeit noch nicht sagen, doch hätten auch ihn keine besorgten Reaktionen aus der Bevölkerung erreicht. Mit den Filialen in der Fahrweid und in Weiningen ist die Gemeinde gleich zweimal auf der Liste aufgeführt.

Mymaps: Gefährdete Poststellen

Erst vor etwa einem Dreivierteljahr sei man mit dem Post-Verantwortlichen zusammengesessen, sagt Martin Büchi, Bereichsleiter Verwaltung und Gesellschaft der Gemeinde Urdorf. «Er hat uns bestätigt, dass eine Schliessung nicht zur Debatte stehe.» Ende März finde erneut ein Treffen statt und die diesbezüglichen Absichten würden dann nochmals thematisiert. Genaueres über die aktuellen Pläne der Post könne erst danach mitgeteilt werden. «Zeichnet sich jedoch eine geplante Schliessung ab, würde sich der Gemeinderat dafür einsetzen, um dies im Rahmen seiner Möglichkeiten abzuwenden», sagt Büchi weiter. Man sei der Auffassung, dass die Urdorfer Filiale gut besucht und auch wichtig für das lokale Gewerbe sei.

Widerstand ist meist erfolglos

Auch in Birmensdorf blickt man der Schliessungswelle gelassen entgegen. Der designierte Gemeindeschreiber Andreas Strahm schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die Filiale Birmensdorf geschlossen wird, als eher gering ein. «Die Gemeinden werden sehr früh in den Prozess einbezogen, können erfahrungsgemäss aber wenig gegen die Fakten und die damit verbundenen Entscheide einwenden», sagt er auf Anfrage. Selbstverständlich, fügt er an, würde sich auch Birmensdorf gegen eine Schliessung aussprechen.