Nach 21 Jahren ist Schluss. «Eine Ära geht zu Ende. Das Alpenrock Dietikon ist ab sofort geschlossen», schreiben die Betreiber auf ihrer Website. Wie das Konkursamt Dietikon auf Anfrage bestätigt, wurde die Insolvenz am Donnerstag, 16. März, eröffnet. Die Gründe der sofortigen Schliessung sind bisher nicht näher bekannt. Wayne van Rooyen, Geschäftsführer der Alpenrock Betriebs AG, war gestern telefonisch nicht erreichbar. Auch der Verwaltungsratspräsident des Alpenrocks, Wolfgang Mock, verzichtete gestern darauf, auf eine entsprechende Anfrage Stellung zu nehmen, und verwies stattdessen auf Geschäftsführer van Rooyen.

Verwaltungsratspräsident Mock ist seit Mai 2015 mit seiner Firma Its one world Gruppe AG – zu der auch das Zürcher Nelson Pub gehört – selbst finanziell am Alpenrock beteiligt. Die Gruppe übernahm auch die operative Leitung des Musikclubs. «Mit der Beteiligung am Alpenrock kommt ein weiteres erfolgreiches Konzept hinzu», wurde damals mitgeteilt.

Neueröffnung vom Alpenrock in Dietikon:

Nun also die Schliessung. Otto Müller (FDP), Stadtpräsident von Dietikon, findet es schade, dass das Alpenrock zugeht. «Es hat das Gebiet abends belebt. Ich würde es begrüssen, wenn sich in Zukunft wieder ein Lokal ansiedelt», sagt er auf Anfrage. Zum Konkurs und einer allfälligen Nachmieterin keine Stellung nahm gestern die Vermieterin Lyreco. Die Verantwortlichen waren nicht verfügbar.

Erst 2013 in Dietikon gestartet

In den Online-Kommentarspalten wird indessen über die Gründe für die Schliessung gemutmasst. Häufig ist zu lesen, dass der Umzug von Kloten nach Dietikon für das Konzept nicht förderlich gewesen sei. Auch die Entfernung von Zürich wird als Grund angeführt.
Erst im September 2013 ist der Musikclub ins Industriegebiet Silbern gezogen, weil die Betreiber den Standort beim Flughafen Zürich aufgrund des geplanten Grossprojekts «The Circle» aufgeben mussten. Der Alpenrock-Club mit der Bergkulisse, den künstlichen Felsen und den Chalets zügelte ins ehemalige Hochregallager der Firma Lyreco, die auf Bürobedarf spezialisiert ist. In einem Restaurant und fünf Bars konnten sich bis zu 1800 Besucher vergnügen. Unter der Woche fanden in den Lokalitäten Firmenanlässe statt.

Vorteile bestätigten sich nicht

Trotz des Umzugs gab sich van Rooyen damals gegenüber der Limmattaler Zeitung optimistisch: Dietikon sei aus mehreren Gründen ein idealer Standort. Die Stadt sei gut an die Autobahn und das Nachtnetz des Zürcher Verkehrsverbundes angeschlossen. Zudem rücke das Alpenrock mit dem Umzug näher an seine Gäste, denn eine Kundenbefragung habe ergeben, dass ein grosser Teil der Besucher aus dem Kanton Aargau stammt. Auch im vergangenen Oktober anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums war van Rooyen noch zuversichtlich. Er sagte damals, dass die Anzahl Firmenanlässe seit dem Zuzug gewachsen sei.
Das Alpenrock ist bereits das dritte Eventlokal, das an diesem Standort nach kurzer Zeit schliesst. Begonnen hat die Serie mit dem Musikpark A1, der von 2005 bis 2010 geöffnet war. Danach folgte während zweier Jahre der Club Nachtschicht. Nun erwischte es den traditionsreichen Musikclub Alpenrock, dessen Geschichte im Jahre 1969 unter dem Namen «Black Out» begann. 1994 wurde aus der bekannten Disco das heutige Alpenrock.