In Dietikon begann die Bundesfeier mit einem Witz. Neben dem Rednerpult auf dem Kirchplatz stand ein Schweizer Kreuz, das aus 40 Kilogramm Tomaten und 100 Eiern bestand. Da sehe man wieder, wie klein die Schweiz sei, sagte der Dietiker Pfarrer Kurt Vogt zu Beginn seiner Rede – und brachte damit das ganze Publikum zum Lachen. So verschieden die einzelnen Tomaten, so unterschiedlich seien auch die Schweizer und Schweizerinnen, sagte Vogt – «und das ist gut so».

Vogt plädiert in seiner Rede für weniger Bürokratie. Er sinnierte darüber, wie viel Kraft in neue Regeln und Normen investiert werde. Statt ständig neue Gesetze zu erlassen, sei es doch viel sinnvoller, so der katholische Pfarrer, mehr miteinander zu sprechen. «Wir sollen miteinander statt nebeneinander leben», so Vogt. Dann gebe es auch kein Gegeneinander.

«Seid keine faulen Eier»

Der Pfarrer lobte des Weiteren die guten Ideen und intellektuellen Köpfe von Dietikon, fragt sich aber: «Wie viele dieser Ideen werden umgesetzt?» Eine gute Sache sei gut, unabhängig davon, wer sie sich ausgedacht habe, so Vogt. «Wir müssen überlegen, was das Beste und Schönste für diese Stadt ist.» Danach sollte auch gehandelt werden.

«Geniessen sie, dass sie leben und feiern können», richtet sich Vogt abschliessend an sein Publikum. Wenn das Gute weitererzählt werde, strahle auch das Schweizer Kreuz. «Seid keine faulen Eier und Tomaten, sondern gesunde», fordert der Pfarrer seine Mitbürger auf.

Ernst Stocker: An Traditionen festhalten

In Uitikon, auf dem Bauernhof der Familie Bosshard, sprach Regierungsrat Ernst Stocker darüber, dass es unserem Land ausserordentlich gut gehe. Es sei wirtschaftlich stark und erfolgreich. Der Franken sei so viel Wert, weil die ganze Welt vertrauen in die Schweiz habe. Man solle an den Traditionen festhalten, damit die Wirtschaft auch in Zukunft gut laufe, sagte Stocker weiter.

Ziele mit Hartnäckigkeit verfolgen

In Bergdietikon betonte Ju-Air-CEO Kurt Waldmeier in seiner Festrede, wie wichtig es sei, sich ständig neue Ziele zu setzen und diese mit Hartnäckigkeit zu verfolgen. Waldmeier, den Gemeindeammann Gerhart Isler vor seiner Ansprache als «einen Wahnsinnigen» eingeführt hatte, schilderte dem Publikum, wie er 1986 ein fast verrottetes Flugzeug des Typs Ju-52 wieder flugtauglich gemacht hatte. Die rund 5 Millionen Deutsche Mark für dieses Unternehmen versprach ihm der Direktor des Flughafens per Handschlag. «Sechs Jahre später waren auch die grössten Skeptiker von damals an vorderster Front zu sehen, als die wiederhergestellte Maschine ihren ersten Flug durchführte», sagte Waldmeier.

Ein Lob für die Weininger

Als der Aescher Nationalrat Hans Egloff (SVP) in Weiningen die Rednerbühne betrat, lobte er als Erstes das grosse Engagement der Weininger, wenn es ums Festen geht. Bei jeder Feier würden sie zu neuer Höchstform auflaufen – zuletzt am Rebblütenfest, wo er selbst auch zwei Tage und einen grossen Teil der Nacht gefeiert habe, sagte Egloff. Dass für ihn der 1. August ebenfalls ein wichtiges Fest ist, machte der Nationalrat deutlich, als er seinen Zuhörern von den Salutschüssen erzählte, die jedes Jahr am Morgen des Nationalfeiertages auf dem Zürcher Kolbenhof abgegeben werden: «Das sind Momente, bei denen ich Hühnerhaut bekomme.» So im Schiesslärm und im Pulverdampf fühle er Stolz auf das tolle Land in dem er leben dürfe. Stolz sei er vor allem auf die Werte, die die Schweiz ausmachten: Freiheit, Sicherheit, Mitbestimmung, Selbstverantwortung, Solidarität und Toleranz.

In Urdorf sprach EVP-Nationalrätin Maja Ingold über die Rolle der Traditionen in der Schweiz, und darüber, wie wichtig es ist, sie auch infrage zu stellen. Sie verwies auf eine aktuelle Fotoausstellung in Winterthur, in der Künstler Jules Spinatsch dem Pathos historischer Bergdarstellungen die ernüchternden zeitgenössischen Bilder Wintertourismus geschädigter Landstriche gegenüberstellt. Solche Bilder wirkten wohl erschreckend, sagte Ingold, doch hätten sie «die Kraft, uns die Augen zu öffnen und Fragen zu stellen.»

Immer Nein zu sagen, ist gefährlich

Mit Verunsicherung und Angstmacherei Politik zu machen, sei keine gute Idee, sagte die Thuner BDP-Nationalrätin Ursula Haller in Birmensdorf: «Es muss uns vermehrt gelingen, das Verbindende und nicht das Trennende zu betonen.» Die Tendenz, zu allem erst einmal Nein zu sagen,bezeichnete Haller gar als «ganz gefährlich». Sie forderte die zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer auf, offen und tolerant zu sein.

In Aesch sprach Beat Bloch, grüner Kantonsrat und Präsident von Travail.Suisse, von drei Brennpunkten, welche die Schweiz in Zukunft angehen müsse: Den Finanzplatz, unsere Rolle in Europa und die Energiefrage. Die Banken müssten die konsequente Weissgeldstrategie anwenden. Mit Europa sei Verhandlungsgeschick und Bescheidenheit gefragt, alte Schweizer Tugenden. In Sachen Energie liege die Zukunft bei den Alternativen.

«Wir ersticken an Vorschriften»

Was die Schweiz und insbesondere die Gemeinde Oetwil stark mache, sind laut Krimiautor und Festredner Erwin Bühler die vielen freiwilligen Helfer, die sich für die Gemeinschaft einsetzten. «Viele Oetwilerinnen und Oetwiler tragen dazu bei, dass unser Oetwil alles andere als ein Schlafdorf ist», sagte er. «Unsere Gemeinschaft funktioniert nur dank diesen vielen uneigennützigen und fleissigen Helfern. Und das kommt unserer Gemeinde schliesslich wieder zugute.»

Der Schlieremer Parlamentspräsident Peter Seifriz (SVP) thematisierte in seiner Rede in Schlieren übertriebene Vorschriften, die viel kosten. «Wir ersticken noch an diesen immer mehr unsinnigen Vorschriften», sagte Seifriz.

In Unterengstringen erklärte der deutsche Unternehmer Hasso Boehme, wieso er gerne Schweizer wäre. Er lobte dabei vor allem die Nachhaltigkeit unseres Landes, die auch dazu geführt habe, dass die Schweiz sich in einer wirtschaftlich sehr guten Lage befände.

Ein Herz für die Schweiz

In Geroldswil setzte man dieses Jahr auf einen Redner aus der Nachbarschaft. Im Werd sprach Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer zu den Besuchern der Bundesfeier. Er forderte die Zuhörer auf, ein Herz für die Schweiz zu haben. Damit spielte er auf das diesjährige 1. August Abzeichen an, das aus einem roten Herzen mit weissem Kreuz besteht.

Mehr Mut, Visionen umzusetzen, war die Aufforderung von René Beck in seiner Rede. Der Oberengstringer Bauvorstand erinnerte die Zuhörer auf dem Parkplatz zwischen den Hölzern daran, dass in der Gemeinde derzeit grosse Projekte geplant seien. «Wir wollen vorwärts kommen, attraktiv bleiben und Visionen umsetzen», sagte er. (AZ)