Alle Hände voll zu tun hatten die Dietiker Stadt-Jodler, da sie nicht nur die Festbeiz an der 1.-August-Feier führten. Bereits am Vorabend waren die Jodler emsig im Einsatz, denn der Stadtverein Dietikon hatte zu seiner 100-Jahr-Feier auf den Kirchplatz eingeladen.

Lucas Neff, Präsident des Stadtvereins, führte den Gästen die zeitlichen Dimensionen gleich zu Beginn vor Augen: «Wer wird schon 100-jährig?»

Eindrücklich fand dies auch Kurt Vogt, der katholische Pfarrer in Dietikon. «Es ist nicht selbstverständlich, dass ein solcher Verein so lange erhalten bleibt und sich für die ganze Stadt einsetzt», sagte er.

Elfie Rabenbauer war als Stadtführerin zum Stadtverein gestossen. Sie interessiere sich, wie sich Dietikon entwickelt habe, so Rabenbauer. «Man identifiziert sich mehr mit einer Gemeinde, wenn man sich engagiert. Je mehr man weiss, desto mehr Bezug hat man zu seinem Wohnort.»

Stadtverein fördert Geschichte

Eine weitere Kernaufgabe des Stadtvereins ist die Leitung des Ortsmuseums. Seit Jahrzehnten mit dabei ist Josef Hinder, der seit 1954 in Dietikon wohnt und 40 Jahre lang an der Primarschule unterrichtete.

«Ich finde es toll, dass es so etwas gibt. Der Stadtverein unterstützt die Geschichte», sagt der Hobby-Historiker. Hinder baute im Ortsmuseum ein umfassendes historisches Fotoarchiv auf, das beispielsweise Klassenfotos beinhaltet. Das sei den Journalisten schon oft dienlich gewesen, erzählte Hinder.

Neuer Name brachte Mitglieder

150 der gut 400 Mitglieder des Stadtvereins hatten sich zur Feier angemeldet. Als Erfolg sieht Präsident Neff die Entscheidung, den einstigen Verkehrsverein im Vorjahr zum Stadtverein Dietikon umzubenennen.

«Dies brachte uns fünf neue Mitglieder», sagte Neff. In den letzten sieben Jahren sei die Mitgliederzahl um etwa 10 Prozent gewachsen. Da der Verein teilweise überaltert sei, sei dies umso erfreulicher.

Für Neff hat der Stadtverein neben seinen Kernaufgaben noch einen anderen Wert: Man könne ausserhalb vom politischen Geschehen konstruktiv zusammenarbeiten.

Der festliche Anlass wurde umrahmt von den inbrünstigen Gesängen der Stadt-Jodler. Ernst Berweger, Ehrenpräsident der Jodler, ist ebenfalls Mitglied im Stadtverein: «Jemand muss solche Anlässe wie die 1.-August-Feier organisieren», sagte er.

Ihm war wichtig, dass für den Auftritt der Stadt-Jodler alle Stimmregister vor Ort waren, um ein entsprechendes Stimmvolumen hinzubekommen. Zudem spielte die freie Jazz-Formation «Jazz X» um den Dietiker Philipp Rellstab. Diesmal stand «Jazz X» – wie gewohnt souverän – für einmal als Trio auf der Bühne.