Laut Anklage hat ein Limmattaler Postangestellter in der Distributions-Basis Urdorf 42 Swisslos-Pakete gestohlen und einem Zürcher Kioskbetreuer übergeben. Da das Gericht lediglich drei Diebstähle als bewiesen einstufte, kam das Duo mit bedingten Geldstrafen von je 100 Tagessätzen zu 50 Franken glimpflich davon.

Die Vorwürfe gegen den heute 48-jährigen Ex-Postangestellten und den Kioskbetreiber wogen schwer. So soll der Postbote zwischen Frühjahr 2010 und April 2013 in der Distributions-Basis der Post in Urdorf regelmässig Pakete mit Glückslosen gestohlen und einem verschuldeten Stadtzürcher Kioskbetreiber gegeben haben. Dafür soll der Postangestellte von seinem Komplizen Kaffee und Zigaretten erhalten haben. Laut Anklage behändigte der langjährige «Pöstler» insgesamt 42 Postsendungen mit einem gesamten Deliktsbetrag von rund 90 500 Franken.

Die Post wurde misstrauisch, da in Urdorf die Verlustliste von verschwundenen Swisslos-Paketen auffällig lang war. Der Beschuldigte geriet in Verdacht, da die Diebstähle jeweils bei seinen Arbeitseinsätzen erfolgten. Fiel er krankheitsbedingt aus, kam dagegen nichts mehr weg. Die Polizei stellte ihm am 12. April 2013 eine Falle und erwischte ihn in flagranti. Beide Beschuldigten verschwanden danach für je 36 Tage in Untersuchungshaft. Dabei zeigte sich der Postbote anfänglich geständig. Doch nur, um später wie der Kioskbetreiber alles zu bestreiten.

Nur drei Fälle nachgewiesen

Das Bezirksgericht Dietikon kam in seinen am Donnerstag eröffneten Urteilen zu Schuldsprüchen. Es verurteilte den inzwischen entlassenen Postboten wegen mehrfachen Diebstahls sowie mehrfacher Verletzung des Postgeheimnisses zu einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 50 Franken. Die gleiche Strafe setzte es für den Kioskbetreiber fest. Er wurde wegen Anstiftung sowie Hehlerei für schuldig befunden.

Allerdings sah das Gericht lediglich die drei vom Postangestellten anfänglich eingestandenen Straftaten als erwiesen an. Mit einem geschätzten Deliktsbetrag von rund 1700 Franken bis 1800 Franken. Obwohl der Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher beim verurteilten Postboten von einem gravierenden Missbrauch der Vertrauensstellung sprach, kamen die von der Anklage geforderten Freiheitsstrafen von je 15 Monaten aufgrund der diversen Teilfreisprüche für die Richter nicht mehr infrage.

Hinweise noch keine Beweise

Das Gericht bezeichnete die Indizien der Anklage als belastend. Allerdings seien Hinweise noch keine rechtsgenügenden Beweise, befand es. Die Beschuldigten kamen zwar glimpflich, jedoch nicht ungeschoren davon. So muss der Kioskbetreiber eine ehemals bedingte Vorstrafe wegen Hehlerei von 1400 Franken bezahlen. Hinzu kommen die Auflegung der Gerichtskosten sowie drohende Zivilklagen seitens der Post sowie der Landeslotterie.