Wer Angehörige pflege, der leiste «einen substanziellen Beitrag zur Pflege», sagte Postulant Jean-Philippe Pinto (CVP, Volketswil). Gleichzeitig sei es für den Kanton und die Gemeinden möglich, jährlich hohe Gesundheitskosten einzusparen.
Der Regierungsrat solle deshalb eine Gesamtschau vorlegen und aufzeigen, mit welchen Anreizen die Pflege von Angehörigen gefördert und wie die Pflegenden dabei unterstützt werden könnten. Zu denken sei beispielsweise an steuerliche Abzugsmöglichkeiten, Unterstützungs- und Beratungsangebote.
Pflege als Armutsrisiko
Pinto stiess mit seinem Anliegen bei den meisten Parteien auf Unterstützung. Während Ruth Frei-Baumann (SVP, Gibswil) betonte, dass die Pflege von Angehörigen dem Staat Kosten erspare, wies Silvia Seiz-Gut (SP, Zürich) darauf hin, dass es heute noch zu wenig Entlastungsangebote für Angehörige gebe. «Es braucht aber beides: engagierte Angehörige und flexible Institutionen.»
Die Fraktion der Grünen/AL sowie die Grünliberalen lehnten den Vorstoss ab. Wer für die Pflege eines Angehörigen auf ein Erwerbseinkommen verzichte, für den könne die Pflege zum Armutsrisiko werden, sagte Kaspar Bütikofer (AL, Zürich). Auch sei ihm nicht klar, wer steuerlich profitieren solle, der Pflegende oder der Gepflegte.
Für Cyrill von Planta (GLP, Zürich) zielt das Postulat «an der Gesundheitspolitik der Grünliberalen vorbei.» Die Partei setze auf «Selbstverantwortung und Kostenwahrheit.» Er befürchtet, dass neue Geldströme entstehen, die früher oder später zu einer Rente führen könnten. «Dies birgt Missbrauchspotenzial.»
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