Fahrweid
Aktualisiert am 23.02.12, um 06:01 von Marco Mordasini
 

An der Stubete werden Jugenderinnerungen wieder frisch

Quelle: az
Schauplatz Stubete Föhrenwäldli Quelle: az
Die «Stubete» kann per Definition als Sänger- und Musikantenstammtisch bezeichnet werden. Und gerade in der traditionellen Volksmusik ist es gut möglich, dass sich dabei so genannte Ad hoc-Gruppen bilden und zusammen musizieren. von Marco Mordasini
 

Dieses schweizerische Brauchtum wurde vor mehr als drei Jahren im Quartierzentrum Föhrewäldli in der Fahrweid wiederbelebt. «Die Idee, hier eine Stubete zu organisieren, entstand spontan während einer Probe im Untergeschoss des Quartierzentrums», sagt Hans Meier von den Schwyzerörgelern vom Föhrewäldli.

Weil die Teilnahme an einer Stubete sehr spontan abläuft, weiss man im Vorfeld nie genau, wie viele Musikgruppen daran teilnehmen werden. «Das letzte Mal konnten wir sieben Formationen begrüssen. Das ist einerseits sehr erfreulich und andererseits ergibt sich dadurch auch eine grössere musikalische Vielfalt», erklärt Meier weiter. Sollte bei einer Gruppe ein wichtiges Instrument fehlen, so wird spontan - eben ad hoc - von einer anderen Formation Aushilfe geboten.

Musikalische Freiheiten

Das interessante an einer Stubete ist auch, dass die Gäste nicht wissen, welche Musikstücke gespielt werden. Die einzige Auflage: traditionell schweizerisch soll es sein. «Bei vielen Titeln kommt man ins Schwärmen. Jugenderinnerungen sind plötzlich wieder so frisch, als wären sie erst gestern geschehen», meint eine gut gelaunte Besucherin. Aber nicht nur auf der Bühne wird musiziert. Da und dort sind Gäste von den bekannten Musikstücken ergriffen und singen aus voller Kehle mit. Oder sie ergreifen sich ein Begleitinstrument - ein Rätsche oder die bekannten Löffel - und unterstützen die Musikanten.

Ein Cervelat als grosser Star


An einer Stubete wird natürlich auch eine traditionelle Küche angeboten. Für einmal weichen Schnitzel und Pommes frites einem gut gefüllten Teller «Chäshörnli» und als Dessert wird Apfelmus serviert. Wer etwas Leichteres sucht, wird in Form eines Wurstkäsesalats fündig. Und genau so ein Cervelat, wie man ihn für diesen Salat benötigt, sorgte kürzlich bei Urs Rufer von den Örgelern vom Wasserschloss beinahe für eine Schlafstörung. «Vor etwa einem Monat ist mir beim Einschlafen eine Melodie durch den Kopf gegeistert, die ich mir natürlich sofort aufschreiben musste», erinnert sich Rufer. Aus dieser Idee entstand das Lied: «Ich wott en Cervelat», der im Föhrenwäldli seine Schweizer-Premiere feierte. Bestehend aus einer eingängigen Melodie und einem gut nachsingbaren Text, sorgt das Stück der Aargauer Musikanten auch an der Stubete im Föhrenwäldli für Furore. Über diesen angeregten Musikabend wird bestimmt noch viel geredet.

Nächste Volksmusik-Stubete im Föhrenwäldli: Freitag, 13. April 2012, ab 19 Uhr

(az)
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