Fast 24000 Bilder umfasst das Foto-Archiv des Ortsmuseums. Die Ansichtskarten, Fotografien, Zeichnungen und Stiche füllen ganze Schränke. Josef Hinder, Fotoarchivar, und die Museumsleitung haben die Masse durchstöbert und eine Auswahl von 42 Fotografien und 24 Dias zusammengestellt. Einige Bilder wurden dem Ortsmuseum geschenkt, der grösste Teil stammt von Hinder, der Dietikon oft mit der eigenen Kamera abgelichtet hat. Seine beiden historischen Fotoapparate kann man auch gleich mitbewundern.

«Es ist Zeit, dass die Bevölkerung den Schatz in unserem Fotoarchiv endlich zu Gesicht bekommt», sagt Dora Müller, Museumsleiterin. Am Samstag ist die Vernissage der neuen Wechselausstellung. Die Fotos sollen im Jahresrhythmus ausgewechselt werden. Eines der Herzstücke der Ausstellung ist ein nachgebautes Archiv, in dem Besucher in Kartonschubladen alte Fotos betrachten können. Man könne aber nicht nur die Dietiker Geschichte, sondern auch die Entwicklung der Fotografie bewundern, verspricht Museumsleiterin Müller.

Im Nebenraum befindet sich ein Tisch, der mit dem aktuellen Stadtplan Dietikons bedruckt ist. «Heimwehdietiker können hier das Zentrum von früher anschauen», sagt Müller, nimmt einen der vielen faustgrossen Plastikzylinder vom Tisch und späht, wie bei einem Insektenfangglas, durch die Lupe im Deckel. Sie sieht ein Bild der ehemaligen Dietiker Salamifabrik an der Badenerstrasse. Apropos: Im Archivraum ist ein Hammer als Symbol der Langeweile der Dietiker Salamiproduzenten ausgestellt. Wie bitte? «Als die Salamifabrik Cattaneo nicht genug Arbeit hatte, wurden die Angestellten beauftragt, krumme Nägel wieder gerade zu hämmern», erklärt Müller. Die Museumsleiterin nimmt einen nicht auf den Arm. Das kann sie mit dem Schwarz-Weiss-Foto aus dem Jahr 1932 beweisen, auf dem eine Gruppe muskulöser Männer mit Hämmern in den Händen in die Kamera lächelt.

Professionelles Konzept

Ute Schweizerhof, eine junge Frau aus Berlin, die vor kurzem ihr Studium Konzeption, Szenografie und Ausstellungsdesign abgeschlossen hatte, erarbeitete das Konzept der Ausstellung. Die Umsetzung ihrer Ideen sei aufwändig gewesen, sagt Müller, die zusammen mit der Kommission für Heimatkunde schon im Oktober des letzten Jahres mit der Planung begonnen hat. Doch die viele Arbeit hat sich gelohnt. Die Ausstellung präsentiert sich professionell und ansprechend.

Ausstellung zum Mitmachen

Besucherinnen und Besucher dürfen die Ausstellung selber mitgestalten. An einer Wand hängen zu diesem Zweck unzählige leere Fotorahmen. «Sie warten darauf, gefüllt zu werden», sagt Müller, die auf grossen Andrang hofft. Anwohner können ein Foto von «ihrem Dietikon», ihrem Lieblingsplatz oder auch einfach ein Bild aus dem Küchenfenster knipsen, es ausdrucken, ihren Kommentar dazu auf ein vorgefertigtes Formular schreiben und an die Ausstellung mitbringen.

AnsichtsSache Dietikon: Vernissage im Ortsmuseum am Samstag, 19. Mai um 11 Uhr. Öffnungszeiten: jeden Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, ausser in Schulferien und an Festtagen. Eintritt frei, Kollekte. Die Ausstellung läuft bis Ende 2014.