Am gestrigen Tag der Bildung wurde einmal mehr vor den Gefahren des Sparens am falschen Ort gewarnt: Die Qualität der Bildung im Kanton Zürich sei in Gefahr, hiess es. Es gehe um die wichtigste Ressource, die wir haben – und damit letztlich auch um den Wirtschaftsstandort.

Alles richtig. Nur: Dass der Kanton in den nächsten Jahren ein Milliardendefizit erwirtschaftet, ist auch keine brauchbare Option. Und: Es geht nicht automatisch gleich die Bildungsqualität bachab, wenn das Bildungsbudget in Höhe von über zwei Milliarden Franken vorerst nicht weiter anwächst. Darauf läuft die Sparvorgabe des Regierungsrats nämlich hinaus – allerdings bei steigenden Schülerzahlen.

Die Warnungen der Spargegner sind berechtigt. Doch die jetzt anlaufende Spardiskussion zeigt auch: Nicht jede Sparmassnahme in der Bildung ist verantwortungslos. Sonderpädagogische Massnahmen für 40 Prozent aller Schülerinnen und Schüler braucht es nicht unbedingt.

Auch Freifächer, die kaum belegt werden, sind zu überdenken. Ob die Schulqualität für viel Geld von externen Bildungsgutachtern durchleuchtet werden muss, ist ebenfalls fragwürdig. Dies alles kam am gestrigen Tag der Bildung zur Sprache. Insofern erwies sich der Protest als produktiv.

Ebenso fraglich ist allerdings, ob so die vom Regierungsrat angepeilte Sparsumme von 49 Millionen Franken in der Bildung zusammenkommt. Im März wissen wir mehr. Dann will die Regierung ihr Sparprogramm konkretisieren.

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