Solche Reaktionen sind zu erwarten. Fusionen sind, zumindest am Anfang, meist unbeliebt. Sie werden gern von einer Angst vor Identitätsverlust begleitet.

Trotzdem darf man die Idee nicht gleich verwerfen. Laut Politgeograf Michael Hermann ist es die grösste Chance der Region zwischen Zürich und Baden, dass sie sich immer mehr als eine Limmatstadt verstehe.

Als natürliche Entwicklung der Kernstadt Zürich werde sie noch attraktiver, denn mit fortschreitender Urbanisierung entstünden wieder kleinräumigere Strukturen.

Eine Fusion könnte auch die finanziellen Probleme der Limmattaler Städte lösen, die mit Zentrumslasten zu kämpfen haben, dafür aber nicht entschädigt werden.

Zudem sind Zürich, Schlieren und Dietikon geografisch sowieso bereits eine Einheit. Und wer als Expat ins Limmattal zieht, wähnt sich schon heute in einem Aussenquartier von Zürich.

Als 1929 über eine Zürcher Eingemeindung von Schlieren – und elf anderen Gemeinden – abgestimmt wurde, war der Kanton zwar dagegen, die Schlieremer Bevölkerung aber mit überwältigender Mehrheit dafür.

Heute darf man davon ausgehen, dass die Idee nicht mehrheitsfähig ist. Als gedankliches Experiment ist sie aber allemal spannend.

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